Das Lernen

Veröffentlicht am von Andrea Falke

Lernformen

Beim Hund gibt es – wie bei anderen Tieren – verschiedene Formen des Lernens:

  • Das obligatorische bzw. “verpflichtende” Lernen wird aus Erfahrungen gewonnen und ist zum Überleben wichtig. Bei sehr schlimmen Erfahrungen kann dies durch die verursachten Traumata auch zu Verhaltensstörungen führen.
  • Beim observanten bzw. Beobachtungslernen übernimmt der Hund Erfahrungen und Verhaltens-weisen von Vorbildern wie z.B. anderen Hunden, dem Rudel, aber auch dem Menschen. Ein Beispiel ist ein Hund, der zur Erreichung eines Zieles eine Tür öffnet, ohne darauf dressiert worden zu sein.
  • Das latente Lernen findet täglich und ohne besondere Motivation statt. Es ermöglicht dem Hund, sich im Alltag mit Erfahrungswerten zurechtzufinden, z.B. wenn er einen einmal gegangenen Weg schon kennt.
  • Das kienästhetische Lernen umfasst die Koordinierung von Bewegungsabläufen. Es beginnt damit, dass der Welpe sich das erste Mal versucht auf wackligen Beinchen aufzurichten und kann mit Dressur natürlich bis hin zu kleinen Kunststückchen gehen.
  • Das operante Lernen. Im Gegensatz zu den anderen, vorwiegend im limbischen System stattfindenden Lernprozessen, gründet sich dies wesentlich auf kortikale Aktivität, es handelt sich um eine bewusste Form des Lernens. Über diese kann der Mensch erreichen, dass der Hund sich wie gewünscht verhält.

Das operante Lernen

Beim operanten Lernen gibt es zwei wesentliche Lernmethoden:

Klassische Konditionierung

Bei dieser erhält der Hund parallel zu einem Reiz, welcher bei ihm ein bestimmtes Verhalten auslöst, einen zweiten Reiz, welcher zunächst mit dem Ereignis nichts zu tun hat. Durch wiederholte gleichzeitige Anwendung assoziiert der Hund beide Reize miteinander, bis auch der zweite Reiz allein das gewünschte Verhalten auslöst.

Es wird also ein unbedingter, unkontrollierter Reflex (z.B. Speichelfluß bei Futter) durch einen über die Assoziation bedingten Reiz ausgelöst (Pawlowscher Reflex). Durch geschickte Wahl der Reize lässt sich so ein bestimmtes Verhalten antrainieren; die Abgewöhnung bestimmter Verhaltensweisen ist damit jedoch nur eingeschränkt möglich.

Operante Konditionierung / Instrumentelle Konditionierung:

Da sich die Reaktion eines Tieres nie zu 100% voraussagen lässt, können nur die Wahrscheinlichkeiten verändert werden, mit denen ein Hund ein bestimmtes Benehmen zeigt. Dies wird dadurch erreicht, dass die Ergebnisse seines Verhaltens derart manipuliert werden, dass er das gewünschte bevorzugt. Konkret lernt der Hund dabei nach dem Prinzip “Versuch und Irrtum”, “Versuch und Erfolg” durch die Verknüpfung seiner Verhaltensweisen mit bestimmten Auswirkungen, wobei Belohnung und Bestrafung als Verstärker der Konditionierung wirken.

Belohnung:

Mithilfe einer Belohnung kann man die Motivation Ihres Hundes erhöhen. Diese kann als positive Belohnung – etwas Angenehmes wird hinzugefügt – oder als negative Belohnung – etwas Unangenehmes wird entfernt – praktiziert werden.

Als Hilfsmittel können z.B. Futter, unterschiedliche Leinen, Kopfhalfter, Geschirre, Futterbälle, Spielzeuge und so weiter zum Einsatz kommen. Ich kläre Sinn und Zweck des Einsatzes dieser Hilfsmittel immer situationsabhängig mit Ihnen ab.

Bestrafung:

Bestrafung wird verwendet um unerwünschtes Verhalten Ihres Hundes abzutrainieren. Hier kommen positive Bestrafung – etwas Unangenehmes wird hinzugefügt – oder negative Bestrafung – etwas Angenehmes wird entfernt – zum Einsatz.

Wichtig ist dabei, dass das Negative nie von Ihnen oder mir ausgeht – das stört die Bindung und das Vertrauen Ihres Hundes zu Ihnen. Negative Einwirkung (gewaltfrei) wird bei Ihrem Hund nur wenn nötig, angemessen und nur anonym angewendet, es sei denn negatives oder unerwünschtes Verhalten Ihres Hundes richtet sich gegen Ihre Person. Gewalt lehne ich ab und kommt in der Erziehung Ihres Hundes nicht zum Einsatz.

Ich danke für Ihr Interesse!

Ihre Andrea Falke
Canes Paradiso

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